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Mit-Reden von Menschen mit Behinderungen

Mit-Reden von Menschen mit Behinderungen

Am 03.12. begehen wir den Internationalen Tag der Menschen mit Behinderungen. Für den BALL e.V. wird die Arbeit mit und für Menschen mit Behinderung von zwei zentralen Gedanken bestimmt: „Behindert ist man nicht, behindert wird man“ und „Nicht über uns, ohne uns“. Das gilt insbesondere auch für die politische Partizipation von Menschen mit Behinderungen. Auch wenn es in den letzten Jahren einige Gesetzesvorhaben gab, bei denen Menschen mit Behinderungen aktiv beteiligt wurden, werden diese in der Regel erst dann um ihre Einschätzung gebeten, wenn die politischen Entscheidungen bereits gefällt sind. Partizipation auf Augenhöhe findet nur selten statt. Dabei sollten in einer Demokratie doch jede/r die Möglichkeit haben, sich politisch einzubringen. Zumal mehr Beteiligung in der Regel zu besserer Politik führt. Inklusive Beteiligungsformate stehen in der Regel nur im Bereich der Behindertenpolitik zur Verfügung. Menschen mit Behinderungen sind Expert/innen in eigener Sache und können am besten beurteilen, wie man zu sinnvollen und umsetzbaren Lösungen kommt, ohne weitere Barrieren zu schaffen. Dabei ist es wichtig, deren Expertise nicht auf so genannte behindertenpolitischen Entscheidungen zu beschränken. Denn nur wenn ihre Expertise auch in anderen Politikfeldern von Anfang an gehört und berücksichtigt wird, können wirksame Maßnahmen geplant und echte Fortschritte bei der Umsetzung der UN-BRK erzielt werden. Dass die Beteiligung von lebensentscheidender Bedeutung sein kann, hat die Pandemie-Politik deutlich gemacht. Die Koordinierungsstelle Inklusion im BALL e.V. fordert diesbezüglich einen Bewusstseinswandel in der Gesellschaft, damit allen klar wird, dass politische Partizipation kein optionales Zugeständnis ist, sondern eine staatliche Verpflichtung aus der UN-Behindertenrechtskonvention.

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