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30 Jahre BALL e.V.

30 Jahre BALL e.V.

Die Gründungsväter der deutschen Einheit hatten 1990 auch zahlreiche Dinge im Gepäck, an die man sich heute nur noch ungern erinnern möchte. Gleichwohl, die Folgen sind bis in die Gegenwart spürbar. Im Schlepptau der DM kam es damals im Osten zu gravierenden Umbrüchen. Betriebe waren mitunter trotz voller Auftragsbücher über Nacht unrentabel und stellten ihre Arbeit ein. Viele Institute und andere wissenschaftliche Einrichtungen der damaligen DDR wurden geschlossen und aufgelöst. Menschen, die in der DDR groß geworden waren, erfuhren erstmals, was es heißt, arbeitslos zu sein. Die Menschen waren 1991/92 also gefordert, sich um- und neu zu orientieren, mussten für sich und ihre Familien oft einen Neuanfang wagen. Einigen gelang es sehr schnell, sich indem für sie ja auch neuen und unbekannten System zu orientieren. Andere wieder drohten, unter die Räder zu kommen. Genau in diese Zeit fiel die Gründung des BALL e.V.. Das Kürzel selbst steht für Betreuung arbeitsloser Leute und Lebenshilfe, und dieser Ausrichtung fühlt sich der Verein bis heute verpflichtet. Die inhaltliche Ausrichtung des Vereins folgt dabei einem roten Faden, der sich in einem Satz ganz treffend zusammenfassen lässt. Sich selber helfen, indem man Anderen hilft – Anderen helfen, sich selbst zu helfen! Diese Betrachtung von sozialem Engagement und wirtschaftlichen Zielen bildete und bildet die Basis für das gesamte System der integrativen Hilfen im BALL e.V.. Der Verein engagiert sich seit seiner Gründung im Bereich der öffentlich geförderten Beschäftigung. In den Projekten des Vereins gestalten Arbeit Suchende als Betroffene und gleichzeitig sozial Handelnde eine kiezbezogene soziale Arbeit. Insofern werden in den sozialen Tätigkeitsfeldern des Vereins die Potenziale der Arbeit Suchenden neu belebt, wieder nutzbar gemacht. Gleichzeitig erbringt der Verein in Nutzung der den Projekten der aktiven Arbeitsförderung innewohnenden Möglichkeiten und Ressourcen konkret nachgefragte soziale Dienstleistungen in der sozialen Infrastruktur unseres Bezirkes. Die damit einhergehende Ausrichtung an den Stärken und Interessen des Einzelnen bei der Realisierung gemeinnütziger Tätigkeiten im Bezirk hat sich bewährt. Nicht zuletzt konnten wir einer Vielzahl unserer Teilnehmer wieder in Erwerbsarbeit vermitteln, bzw. sie auf dem Weg in Erwerbsarbeit begleiten und unterstützen. Dabei waren und sind die Lebenssituationen, Bedürfnisse, Erwartungen und eigenen Möglichkeiten unserer Teilnehmer jeweils der Ausgangspunkt für die konkreten Aktivitäten des Vereins. Aktuell ist der BALL e.V. Träger des Stadtteilzentrums Biesdorf, des Bürgerhaus Südspitze, der Bezirklichen Koordinierungsstelle Inklusion und des Sozialen Beratungsservice in der Hellersdorfer Promenade 15. Wir betreiben in Kooperation mit regionalen Unternehmen der Wohnungswirtschaft zwei Nachbarschaftstreffs, unterstützen die Arbeit der Schulbibliotheken in unserem Bezirk und stehen im Rahmen der mobilen Alltagsbegleitung/Begleitdiensten, im Bezirk lebenden Lebensälteren zur Seite. Unsere Erfahrung nach nunmehr 30 Jahren: Hindernisse sind da, um überwunden zu werden. Gemeinsam und im Miteinander können wir unheimlich viel erreichen.

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